Hartmetall
Verbundwerkstoff aus harten Carbiden und metallischem Binder. Er verbindet hohe Härte und Verschleißfestigkeit mit nutzbarer Zähigkeit.
DB CARBIDE · Begriffe
Technische Begriffe zu Hartmetall, Werkstoffen, Prüfwerten und Fertigung – präzise und verständlich erklärt.
Verbundwerkstoff aus harten Carbiden und metallischem Binder. Er verbindet hohe Härte und Verschleißfestigkeit mit nutzbarer Zähigkeit.
Sehr harter Bestandteil mit der Formel WC und meist größter Anteil von WC-Co-Hartmetall.
Metallischer Binder der WC-Körner. Mehr Kobalt erhöht meist die Zähigkeit, kann jedoch Härte und Verschleißfestigkeit reduzieren.
Kurzbezeichnung für Wolframcarbid-Kobalt-Hartmetall: WC liefert Härte, Co bindet die Körner.
Vollhartmetall: Der tragende Werkzeugbereich besteht vollständig aus Hartmetall, etwa bei einem VHM-Fräser.
Mittlere Größe der WC-Körner. Feinere Körner fördern oft Härte und Schneidkantenstabilität; gröbere können Zähigkeit begünstigen.
Rockwell-Härte auf der A-Skala. Werte sind nur bei gleicher Prüfmethode direkt vergleichbar.
Transverse Rupture Strength: Widerstand gegen Biegebruch. Prüfmethode, Oberfläche und Probengeometrie beeinflussen den Wert.
ISO-Wellentoleranz. Das obere Abmaß ist null; das zulässige Untermaß hängt vom Nenndurchmesser ab.
Hartmetallstab mit geraden oder spiralförmigen Innenkanälen zur Kühlmittelzufuhr nahe der Schneide.
Heißisostatisches Nachverdichten unter Gasdruck und hoher Temperatur zur Reduktion von Restporen.
Pulvermetallurgischer Prozess, bei dem gepresstes WC-Co-Pulver erhitzt und zu einem dichten Körper verbunden wird.
Anteil des metallischen Binders, meist Kobalt. Er beeinflusst Zähigkeit, Härte, Dichte und das Verhalten beim Sintern.
Masse pro Volumen, meist in g/cm³. Sie dient auch als Qualitätsindikator, ersetzt aber keine vollständige Werkstoffprüfung.
Vickershärte mit 30 kgf Prüfkraft. Werte dürfen nur bei gleicher Prüfmethode und vergleichbarer Oberfläche verglichen werden.
Widerstand gegen Materialverlust durch Reibung, Abrasion oder Schneidkontakt. Härte, Korngröße, Binder und Anwendung wirken zusammen.
Fähigkeit, Energie aufzunehmen und Rissausbreitung zu widerstehen. Sie steht häufig in einem Zielkonflikt mit maximaler Härte.
Anteil und Verteilung verbleibender Poren im gesinterten Gefüge. Niedrige, kontrollierte Porosität ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal.
Anwendungsgruppe für Gusseisen und kurzspanende Werkstoffe. K10 bis K40 beschreiben Einsatzbereiche, keine weltweit identischen Rezepturen.
Anwendungsgruppe für Stahl und langspanende Eisenwerkstoffe. Die konkrete Hartmetallsorte muss zum Bearbeitungsfall gewählt werden.
Anwendungsgruppe für rostfreie Stähle. Zähigkeit, Warmfestigkeit und Schneidkantenstabilität sind besonders relevant.
Gesinterter, ungeschliffener Rundstab mit Bearbeitungsaufmaß. Außendurchmesser und Oberfläche werden später fertigbearbeitet.
Rundstab, dessen Außendurchmesser auf eine definierte Toleranz und Oberflächenqualität geschliffen wurde.
Abgeschrägte Kante am Stabende. Sie erleichtert Montage und Handhabung und kann Kantenausbrüche reduzieren.
Schraubenförmiger Innenkanal im Stab. Winkel, Teilkreis, Kanal-Ø und Steigung müssen zur Werkzeuggeometrie passen.
Durchmesser des Kreises, auf dem die Mittelpunkte mehrerer Kühlkanäle liegen.
Axiale Länge für eine vollständige Umdrehung eines Spiralkanals. Sie bestimmt den Verlauf des Kühlkanals.
Arithmetischer Mittenrauwert einer Oberfläche, meist in µm. Ein kleinerer Ra-Wert bedeutet im Allgemeinen eine feinere Oberfläche.
Abweichung einer rotierenden Oberfläche gegenüber einer Bezugsachse. Wichtig für präzise, schnelllaufende Werkzeuge.
Zusätzliches Material auf einem Rohling, das für die spätere Schleifbearbeitung vorgesehen ist.
Verdichten des aufbereiteten Hartmetallpulvers zu einem Grünling vor dem Sintern, etwa axial oder isostatisch.
Herstellungsweg aus Pulveraufbereitung, Formgebung, Entbindern, Sintern und anschließender Bearbeitung und Prüfung.
Dokument mit chargenbezogenen Prüfwerten und Rückverfolgbarkeit. Inhalt und Prüfumfang müssen im Auftrag festgelegt werden.
Herstellerspezifische Kombination aus WC-Korngröße, Binderanteil, Zusätzen und Prozessführung für einen Einsatzbereich.
Hartmetallrohling zur Herstellung eines Fräsers. Durchmesser, Länge, Sorte, Toleranz und Kühlkanäle werden nach Werkzeugdesign gewählt.
Hartmetallrohling für Bohrwerkzeuge, als Vollstab oder mit geraden beziehungsweise spiralförmigen Kühlkanälen.
Geformter, noch ungesinterter Pulverpressling. Er besitzt bereits seine Grundgeometrie, ist aber empfindlich und enthält Hilfsstoffe.
Reaktion von Wolfram mit Kohlenstoff zur Herstellung von Wolframcarbidpulver. Kohlenstoffbilanz und Prozessführung beeinflussen die spätere Qualität.
Trocknung einer WC-Binder-Suspension zu gut fließfähigem Granulat für eine gleichmäßige Dosierung und Pressung.
Nickel als alternative metallische Binderphase. Es wird unter anderem gewählt, wenn Korrosionsverhalten oder Magnetisierbarkeit wichtig sind.
Hartstoffsystem mit zusätzlichen Carbiden wie TiC, TaC oder Cr₃C₂ neben WC. Zusätze können Gefüge und Einsatzverhalten gezielt verändern.
Widerstand gegen Druckbelastung bis zum Versagen. Hartmetall besitzt typischerweise hohe Druckfestigkeit, reagiert aber empfindlicher auf Zug und Schlag.
Kennwert für den Widerstand eines Werkstoffs gegen das Wachstum vorhandener Risse, häufig als KIC angegeben.
Maßänderung beim Verdichten während des Sinterns. Sie muss bei der Auslegung des Grünlings und der Endgeometrie berücksichtigt werden.
Schleifbearbeitung gesinterten Hartmetalls mit Diamantkorn, um enge Maße und hochwertige Oberflächen zu erreichen.
Thermisches Abtragsverfahren für elektrisch leitfähiges Hartmetall, insbesondere für komplexe Konturen und schwer schleifbare Geometrien.
Physikalische Gasphasenabscheidung dünner Hartstoffschichten bei vergleichsweise niedriger Temperatur zur Verbesserung von Verschleiß und Reibung.
Chemische Gasphasenabscheidung verschleißfester Schichten bei höherer Prozesstemperatur; Substrat und Anwendung müssen dafür geeignet sein.
FAQ
Wolframcarbid ist die harte WC-Phase. Hartmetall ist der fertige Verbundwerkstoff aus WC und einem metallischen Binder, meist Kobalt.
Nein. Mehr Kobalt fördert meist die Zähigkeit; geringerer Binderanteil und feine Körner können Härte und Verschleißfestigkeit erhöhen. Entscheidend ist die Anwendung.
h6 ist eine ISO-Wellentoleranz mit oberem Abmaß null. Das zulässige Untermaß richtet sich nach dem Nenndurchmesser.
Produktform, Durchmesser, Länge, Toleranz, Oberfläche, Sorte oder Anwendung, Menge, Jahresbedarf und Termin.
Nein. Es sind ISO-Anwendungsbereiche. Die konkrete Herstellersorte und ihre Daten müssen bestätigt werden.